Tag der offenen Tür im Mogiljower Krankenhaus Nr.1
am 18. Februar 2017
Vor fast einem Vierteljahrhundert wurde der erste Hilfstransport vom Verein für das Mogiljower Krankenhaus Nr.1 organisiert. Seit dieser Zeit bestehen feste Kontakte zwischen dem Krankenhaus und dem Verein, die durch vielfältige gemeinsame Aktionen nachhaltig sind. Zahlreiche Hospitationen von Ärzten wurden und werden weiterhin durchgeführt, ebenso Workshops, wie z. B. die Vorführung neuer endoskopischen Operationsmethoden in der Gynaekologie oder die Einrichtung eines Ultraschall-Untersuchungszimmers mit einer entsprechenden Ausstattung für Schwangere und Neugeborene, die Einrichtung eines Raums für die Geburtsvorbereitung sowie ein Massageraum. Dazu kommt eine regelmäßige Versorgung mit Krankenhausbedarf durch Sachspenden.
Der Verein hilft vor allem den Kindern, aber gesunde Kinder kommen von gesunden Eltern. Deshalb investiert der Verein viel auch in dieses Krankenhaus, in dem für "Mutter und Kind" gemeinsam schon viel erreicht wurde.

Chefarzt Dr. Viktor Klotschkow (l.) mit Gesundheitsminister Dr. Valerij Malaschko (r.)
Seit vier Jahren ist Dr. Viktor Kloschkow Chefarzt in diesem Krankenhaus. Er hospitierte mit Unterstützung des Vereins mehrmals in Deutschland und hat jetzt mit seinem Team in relativ kurzer Zeit viele der in Deutschland gesammelten Erfahrungen umgesetzt.
Das Krankenhaus ist deutlich von innen und von aussen modernisiert worden und hatte am Samstag, 18.02.2017, herzlich zum ersten thematischen Tag der offenen Türen unter dem Motto: "Ihre Ärzte. Ihre Gesundheit." eingeladen.
Mehr als 170 zukünftige Mütter, Väter sowie Frauen, die sich um ihre Gesundheit sorgen, nutzten die Möglichkeit beim Tag der offenen Türen hinter die Kulissen des Krankenhauses zu blicken, sich über moderne medizintechnische Verfahren zu informieren oder das Gespräch mit Fachleuten zu suchen. Selbst die OP-Räume und die Diagnostik waren geöffnet.

Begrüßung im Krankenhaus Nr. 1.: 2. v.r. Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes Elena Schamal, Gesundheitsminister Dr. Valerij Malaschko und seine Frau, die Kinderärztin Dr. Irina Malaschko.

Erläuterungen für die Besucher vor dem Kreißsaal (oben) und im Geburtsvorbereitungsraum (unten)
Die wichtigsten Stationen und Funktionsbereiche konnten von allen interessierten Besuchern besichtigt und aktiv erlebt werden. Die Chefärzte und ihr Team präsentierten ihre Stationen, darunter auch diejenigen, die gemeinsam mit den deutschen Sponsoren und Helfern eingerichtet wurden. Neben den Führungen gab es thematische Filme und Flyer mit umfangreichen Informationen über fünf verschiedene Themen. Die Flyer hatte Klaus Minters hergestellt und mit nach Mogilew gebracht. Er hob die reibungslose Organisation und überreichte jedem Mitarbeiter des Krankenhauses eine kleine Überraschung.
"Ein interessanter, informativer und gegenseitig wichiger Dialog hat erfolgreich stattgefunden. Er muss zu einem Ansatzpunkt der rücksichtsvollen und fachlichen Verhältnisse zwischen den Patienten und den Ärzten werden.", sagte Chefarzt Viktor Klotschkow vor seinem Team am Schluss der Veranstaltung.
"Das alles ergibt einfach einen tollen Gesamteindruck." und "Der Besuch lohnte." bzw. "Zum ersten Mal, aber gelungen." waren denn auch die Meinungen der Besucher.

Fachsarzt Vitalij Zuprik gibt Erläuterungen zum gemeinsam eingrichteten Ultraschall-Untersuchungszimmer.

Neues Ultraschallgerät für Krankenhaus Nr.1 in Mogilew
Eröffnung des neuen Untersuchungszimmers mit dem Ultraschallgerät für die Neugeborenen-station im Krankenhaus Nr. 1.

Das Gerät wurde von den Spendengeldern anlässlich Ulla Minters Beerdigung zugunsten unseres Vereins und mit Geldern der WOG-Stiftung finanziert.

Ulla Minters war langjähriges Mitglied des Vereins und hat das Krankenhaus in Mogilew mehrfach besucht und als Krankenschwester Unterstützung gegeben. Das Gerät wurde mit dem Hilfstransport im September 2016 nach Belarus gebracht.
Dankesbrief  von Dr. Klotschlow, Chefarzt des Krankenhauses Nr. 1 in Mogilew, von Oktober 2016:
Sehr geehrte Frau Hein, sehr geehrte Mitglieder des Vereins, liebe Freunde,
seit 23 Jahren unterstützt Ihr Verein unser Krankenhaus, indem Sie uns mit wichtigen Geräten, qualitativen medizinischen Verbrauchsmaterialien und sonstigem medizinischen Krankenhausbedarf versorgen. Mit ihrer Unterstützung haben unsere Ärzte eine Möglichkeit bekommen, neue medizinische Methoden kennenzulernen, was die Grundlage für neue qualitative Vorgehensweisen in unserer Arbeit mit den Patienten ist. Dank Ihnen und Ihrer konkreten Hilfe können wir jetzt mit neuen medizinischen Materialien umgehen. Wir können eine umfangreiche Liste über Ihren großen Beitrag zur Arbeit unseres Krankenhauses binnen 23 Jahren erstellen, aber das Wichtigste ist und bleibt – unsere langjährige Freundschaft und unsere guten menschlichen Beziehungen, die wir sehr hoch schätzen. Das Team unseres Krankenhauses bedankt sich herzlich für Ihr Verständnis unserer Situation und unserer Bitten, für Ihre treue Freundschaft trotz aller Schwierigkeiten und für Ihre regelmäßige Unterstützung. Wir sprechen unsere Dankesworte allen Firmen, Privatpersonen, Sponsoren und Helfern des Vereins für ihr soziales Engagement und ihre Hilfsbereitschaft für die Anderen aus. Wir wünschen Ihnen und allen Mitgliedern des Vereins Gesundheit und Wohlergehen.
Mit freundlichen Grüßen
Klotschkow V., Chefarzt des Mogiljower Krankenhaus Nr. 1

Das Krankenhaus Nr. 1 in Mogilew
In einem Brief an den Verein im Dezember 2014 beschreibt Dr. Viktor Klotschkow, Chefarzt des Krankenhauses Nr. 1 in Mogilew, die Situation in seinem Institut und dankt allen Freunden in Deutschland für die langjährige Unterstützung. Unter der Überschrift "Danksagen und Informieren" schreibt er:
 
Unser Mogiljower Krankenhaus Nr.1 begeht im Dezember  dieses Jahres sein 40-jähriges Jubiläum. Fünfzehn Jahre davon ist unser Krankenhaus sehr eng mit dem Verein verbunden. Wir haben zusammen sehr schwierige Jahre nach dem Zusammenbruch der SU erlebt und nur mit Eurer Unterstützung überlebt!
Wir lernten bei den deutschen Kollegen und setzten diese Kenntnisse im Krankenhaus um, im Einzelnen sind die Orthopädiestation und die Gynäkologie Station durch solchen Erfahrungsaustausch in der Republik  bekannt und anerkannt worden.
 
Der Verein stand immer an unserer Seite und kam jeder Zeit zur H
ilfe. Schließlich ist es gelungen, eine seriöse und sinnvolle Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten mit unserem Krankenhaus aufzubauen:
Aufbau des Netzwerkes im Krankenhaus, Hospitation der Ärzte in Deutschland, theoretisch-praktische Work Shops in Mogilew, Hilfe mit Verbrauchsmaterialien etc.
Unser Krankenhaus  ist eine medizinische Vielfacheinrichtung, ausgelegt für 759 Betten, und sichert rund um die Uhr die ärztliche Versorgung für die Bevölkerung der Stadt und des Gebietes in allen gesundheitlichen Bereichen: Innere Medizin, Kardiologie, Chirurgie, Unfallmedizin, Orthopädie, Geburtshilfe, Gynäkologie und Kinderinfektionen.
 
Jedes Jahr werden im Krankenhaus ca. 30000 Patienten behandelt, ca. 10000 Operationen durchgeführt, ca. 3500 Geburten erfasst. Das Krankenhaus beschäftigt über 1000 Mitarbeiter: Ärzte, Krankenschwester, Krankenhelfer und technisches Personal.
Unter Berücksichtigung  eines großen Bettumsatzes fehlen uns für die Arbeit immer mehr Verbrauchsmaterialien: Bettwäsche, OP-Kleidung für die Ärzte und OP-Hilfsmaterialien, sowie technische Ausstattung. Wir haben in der Republik keine Krankenversicherung, d.h. alle Behandlungen und Operationen werden bei uns kostenlos durchgeführt. Der Staat finanziert das gesamte Gesundheitswesen. Er ist aber leider nicht in der Lage den ganzen Bedarf zu finanzieren.
 
Ihre Unterstützung  für unser großes Krankenhaus ist nach wie vor sehr notwendig und für die Patienten äußerst wichtig!

Zweimal im Jahr begrüßen wir bei uns mit Freude ein Team der Transportbegleiter, die trotz aller Strapazen an der Grenze und auf den Straßen uns gerne helfen wollen.

 

Für ihre so tatkräftige, organisatorisch kompetente, korrekte und geduldige Begleitung der Hilfstransporte für unser Krankenhaus möchte ich mich noch ein­mal bei diesem Team ganz herzlich bedanken.

Ich danke auch all denen noch einmal sehr herzlich, die unser Krankenhaus mit Spenden, der Bereitstellung von Fahrzeugen und durch ihre Arbeit  mehrfach unterstützt haben.  Die Firma Dahlhausen und andere Firmen  haben im Laufe vieler Jahre ihr dauerhaftes Engagement  zum Wohle unseres Krankenhauses bewiesen. All dies kann eine solide Grundlage für unsere weitere Zusammenarbeit im Jahre 2015 werden.
Der Faktor „Tschernobyl“ hat unsere Zusammenarbeit verursacht. „Tschernobyl“ war und ist jedoch der Inbegriff der atomaren Katastrophe, deren Auswirkung nach wie vor  auf die  Gesundheit spürbar ist und wir, die Mediziner, sind für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung verantwortlich!
Mit Ihrer Hilfe können wir dieser Sache besser gerecht werden, denn Ihre kontinuierliche Hilfe kann bei diesem Langzeit-Problem tatsächlich  etwas bewirken. Wir planen 2015 wieder einen weiteren Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen.
Nun neigt sich das Jahr dem Ende zu. Das ganze Team unseres Krankenhauses wünscht den Mitgliedern des Vereins und allen Helfern des Vereins ein frohes Weihnachtsfest verbunden mit dem Dank für eine gute Zusammenarbeit und ein gesundes  erfolgreiches und friedvolles neues Jahr,  vor allem Frieden für alle Menschen und für alle Herzen.
 
Mit freundlichen Grüßen

V. Klotschkow