Behindertenklasse der Schule 20
Seminar zum Tag der offenen Tür an der Schule 20 im April 2015
Zum Tag der offenen Tür wurden Lehrer und Lehrerinnen anderer Schulen in die Schule 20 eingeladen. Alesja, die Lehrerin der Behindertenklasse, präsentierte alle Möglichkeiten für die Entwicklung der Kinder mit den vom Verein gespendeten technischen Mittel und dem Schulmaterial.

Insgesamt nahmen 13 Lehrer aus anderen Schulen, die mit behinderten Kindern arbeiten, an diesem Seminar teil.
Vortag von Alla Serjoshkina zum Tag der offenen Türen in der Schule  20 im April 2015 in der Schulklasse für behinderte Kinder

Das Projekt «Unterstützung der behinderten Kinder  – Chance für ihre Zukunft»

Nach dem Tschernobylunfall 1986, dessen 29. Jahrestag am 26. April begangen wurde, sind  die deutschen Bürgerinitiativen uns, vor allem den Kindern, zur Hilfe gekommen. Eine dieser gemeinnützigen Bürgerinitiativen, der Verein „Hilfe für Tschernobyl geschädigte Kinder“, hat uns eine langfristige Zusammenarbeit im Bereich der humanitären Projekte angeboten. Im Laufe von 22 Jahren realisierte dieser Verein, dessen Mitglieder nur ehrenamtlich in ihrer freien Zeit arbeiten, ca. 20 langfristige medizinische und soziale Projekte. Eines der ersten Projekte war das Projekt «Unterstützung der behinderten Kinder  – Chance für ihre Zukunft».

Die Idee entstand vor 15 Jahre (2000) und wird seitdem in der Schule 20 realisiert. Idee und Ziel des Projektes:  Die Integration von behinderten Kindern in die Welt ihrer gesunden Gleichaltrigen, Sozialisation und Anpassung in der Gesellschaft. Damals erlebten wir eine schwere Zeit, es gab keine Baumaterialien. Wir konnten uns kaum vorstellten, was diese Kinder für den Schulprozess brauchen. Die junge Lehrerin begann erst ihre Arbeitstätigkeit.
Durch die Bemühungen des Vereins, dank der deutschen Sponsoren und der freiwilligen Helfer des Vereins, die in ihrem Urlaub mit eigenen Kräften und auf eigene Kosten die Räume renoviert und ausgestattet haben, sowie mit der fleißigen Unterstützung der Eltern jener Kinder, die die Schule schon beendet haben, ist es gelungen, das Projekt erfolgreich zu realisieren.  Die Idee des Projektes  wurde vom Schulamt und von der Schule unterstützt.

Projektgemäß hat der Verein die renovierten und ausgestatteten Räume in die Nutzung der behinderten Kinder dieser Schule übergeben und darüber hinaus die Verpflichtung übernommen, nach seinen finanziellen Möglichkeiten - der Verein ist nur auf seine Sponsoren angewiesen - auch weiter Möbel, technische Mittel und Schulmaterial für die Entwicklung der Kinder zur Verfügumg zu stellen.

Im Rahmen des Projektes hat die Lehrerin eine Möglichkeit bekommen, Erfahrungen deutscher Kollegen zu übernehmen. In der Schulklasse haben zwei deutsche Studentinnen, zukünftige Sozialarbeiterinnen, ihr Praktikum gemacht und geholfen, die Bedürfnisse für den Schulprozess zu ermitteln. Später wurde alles über den Verein realisiert.

Es gibt eine Vereinbarung zwischen dem Verein und dem Schulamt/Schule darüber, dass diese Schulräume  auch in der Zukunft den behinderten Kinder dieser Schule zur Verfügung stehen werden.

Durch diese Unterstützung hat der Verein die Absicht, in der Schule 20 einen Stützpunkt für Lehrer ähnlicher Klassen in anderen Schulen der Stadt aufzubauen: Erfahrungsaustausch, Beratungen, Seminare sowie das Ausleihen der vom Verein überlassenen Schulmaterialien (unter der Voraussetzung guter  Handhabung und Rückgabe). Das heutige Seminar ist ein Bestandteil dieser Absicht.

Für eine zielgerechte Spende im vorigen Jahr wurden vom Verein moderne Schulmaterialien und technische Mittel, die Sie heute sehen werden, beschaffen. Das ermöglicht, effizient den Unterricht zu organisieren.

Der Verein unterstützt die Kinder dieser Klasse allseitig:  Renovierung und Ausstattung der Schulklasse, aber auch Organisation der Freizeit. Vor kurzem wurde das Projekt “Erholung der Kinder mit den Müttern” umgesetzt. Jedes Kind hat je eine deutsche Patenfamilie.

Der Verein lässt die Kinder, die die Schule beendet haben, nicht aus den Augen. Durch die Bemühungen des Vereins durften die Kinder bis 18 Jahre in der Schule lernen, und nach dem Abschluss der Schule wurden die “erwachsenen Kinder” vom Klub für Jugendliche “Ewerest” übernommen. Dort entstand ein weiteres Projekt mit gleichem Namen, in das diese Kinder einbezogen wurden.

Alle Teilnehmer des Projektes von der weißrussischen Seite haben die Verpflichtung übernommen dieses langfristige Projekt transparent, mit Verantwortung und zum Wohl der Kinder dieser Schulklasse zu führen. Die deutschen Partner hoffen, dass dieses Projekt zu einer besseren  Integration dieser Kinder in das normale Leben der Gesellschaft beitragen wird. Bei jedem Besuch der Vertreter des Vereins werden Treffen mit der Schulleitung, den Eltern und den Kindern organisiert.  Bei diesen Treffen werden die Zwischenergebnisse des Projektes besprochen und neue Ideen im Rahmen des Projektes diskutiert.
Es wäre im Sinne des Vereins, wenn diese guten Erfahrungen auch für andere Schulen verbreitet werden könnten. Der Verein bietet uns ein theoretisch-praktisches Seminar zum Thema Ergotherapie mit Teilnahme deutscher Fachleute, die schon zweimal ähnliche Seminare im Kinderkrankenhaus durchgeführt haben, an. Das Seminar wird für September auf der Basis dieser Schule geplant. Wir laden auch Sie ein, im September an diesem Seminar teilzunehmen.

Brief der Verwaltung der Schule 20 an den Verein:
An den Vorstand des Vereins "Hilfe für Tschernobyl geschädigte Kinder"
An die Vorsitzende des Vereins Frau Andrea Hein
Mogilew, den 4.05.2015
Sehr geehrte Mitglieder des Vereins,
Die Verwaltung und die Lehrer der Schule Nr.20  sprechen Ihnen unsere herzlichste Dankbarkeit für Ihre langfristige Zusammenarbeit mit unserer Schule aus.
Im Laufe vieler Jahre unterstützen Sie ständig die behinderten Kinder, die in unserer Schule lernen. Dank Ihrer Unterstützung ist es uns gelungen, das entsprechende Lehrmilieu für die Kinder mit körperlichen und psychischen Entwicklungsbesonderheiten zu schaffen. Durch Ihre Bemühungen haben unsere Lehrer eine Möglichkeit bekommen, bei der Arbeit mit solchen Kindern moderne Lehrmittel zu verwenden. Durch Ihre  Hilfsbereitschaft hat jetzt diese Klasse technische Mittel, die es ermöglichen, den Lernprozess effektiver zu machen. Es ist für uns angenehm zu sehen, wie unsere Schüler wachsen, wie sich ihr Verhalten ändert, wie sich ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten verbessern. Für uns ist es eine richtige Genugtuung zu sehen, wie  aufgeschlossen, wohlwollend und gesellig unsere Kinder werden. Die Fortschritte unserer Kinder ist auch Ihr Verdienst!
Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns bei Ihnen für die Organisation und Finanzierung der Erholung der Kinder mit den Eltern herzlich bedanken. Bei dem Aufenthalt im Sanatorium haben die Kinder, die sehr selten in Gesellschaft sind, nicht nur ihre Gesundheit verstärkt, sondern sie haben neue Eindrücke und neue Bekanntschaften gewonnen, was für ihre Psyche sehr wichtig ist.
Unser Lehrer-Team spricht Ihnen unsere herzliche Dankbarkeit aus. Mögen in Ihrem Umfeld nur gutherzige und freigebige Menschen wie Sie selber sein.  
Wir hoffen auf unsere weitere Zusammenarbeit und danken Ihnen für Ihre Unterstuetzung auch in der Zukunft.
Mit freundlichen Grüßen
Die Verwaltung der Schule Nr.20