Der lange Kampf der Polina Adysewa
Polina Adysewa gehört zum Kreis der palliativen Kinder in Mogilew, die vom Verein betreut werden. Doch lassen wir Polina selbst erzählen:
"Ich heiße Polina und wohne in der weißrussischen Stadt Mogilew. Ich bin 12 Jahre alt und leide an einer seltenen genetischen, unheilbaren Erkrankung: spinale, progressive Muskelatrophie (SMA). Aber ich verliere den Mut nicht und hoffe auf das Beste.
Ich habe immer von einem Keyboard geträumt, wollte Spielen und Singen lernen. Mein Traum war Sängerin zu werden. Zu meinem Geburtstag habe ich das Keyboard als Geschenk bekommen. Es klappte bei mir alles so gut: in relativ kurzer Zeit konnte ich schon musizieren und ich war stolz darauf, dass mein Traum in Erfüllung gehen kann. In diesen für mich glücklichen Minuten vergaß ich meine Krankheit, aber nur für eine kurze Zeit. Meine fortschreitende Skoliose des 4.Grades (meine Gestalt ist wie ein Fragezeichen) und einige zusammenwachsende Rippen ermöglichen mir, nur kurzzeitig zu sitzen und den Kopf zu halten. Selbständig kann ich mich nachts nicht drehen und nicht auf dem Rücken liegen. Ich leide oft an  Kopfschmerzen.
Ich bin auf meine Familienangehörigen angewiesen. Meine Familie ist wunderbar und hilft mir überall, wo ich ihren Beistand brauche. Ich habe zwei ältere, sportliche Brüder, die erstklassige Pfleger für mich sind. Meine Mama und die älteste Schwester kümmern sich ständig um mich, und ich gebe mir Mühe, mich nach meiner körperlichen Möglichkeit um meine jüngste Schwester (2) zu kümmern. Ich bemühe mich, mich selber zu bedienen, aber es kostet sehr viel Kraft, mich zu kämmen, mir die Zähne zu putzen, die Socken anzuziehen, mich zu waschen oder auf die Toilette zu gehen. Kurz gesagt, alles, was die Anderen in meinem Alter als selbstverständlich machen, ist für mich eine sehr schwere körperliche Arbeit.
Leider werde ich mit jedem Jahr schwächer! Um die Atrophie der Hände zu verlangsamen, bastele ich verschiede Sachen aus Papier, aber das hilft nicht viel. Das ist nur eine Unterstützung, aber ich mache trotzdem weiter.
Sehr geehrte Frau Hein, zu meiner großen Freude habe ich erfahren, dass Sie, Frau Barbara ter Smitten, die ich im Oktober 2016 bei dem Besuch der deutschen Physiothera-peuten kennen gelernt habe, meine Patenfamilie Keidel und Ihr Verein haben sich bereit erklärt, nach Möglichkeit mir zu helfen, zu einer Beratung bzw. Behandlung nach Deutschland kommen. Ich habe gehört, dass sogar ein Professor bereit ist, mich zu untersuchen und zu beraten.
Ich kann kaum glauben, dass das Schicksal mir eine solche Chance bietet!
Ich verstehe, dass diese Aktion sehr teuer ist. Darüber hinaus, geht es nicht nur um mich, sondern auch um meine Begleitung. Die finanzielle Lage unserer Familie ermöglicht uns nicht einen Beitrag zu dieser Aktion zu leisten, deshalb wende ich mich alle gutherzigen Menschen mit der Bitte um die Hilfe an, damit diese für mich lebenswichtige und existenzwichtige Reise Realität werden kann. Ich weiß, dass ich unheilbar krank bin, aber ich möchte gern die für mein Leben festgesetzte Zeit würdig leben und bitte Sie von ganzem Herzen mir zu helfen.
Ich habe mich von vielen Träumen verabschiedet.  Ich bin mir bewusst, dass ich nie laufen werde, nie eine Sängerin sein werde, nie mit Gleichaltrigen zur Disko oder zu einer Party gehe. Ich bin Realistin, aber hoffen möchte ich!
Vielleicht kann meine Lebensqualität durch eine solche Hilfe besser werden. Vielleicht kann meine Haltung besser werden, und ich kann dann auf dem Rücken liegen. Vielleicht werden dadurch meine Kopfschmerzen nicht so stark sein. Vielleicht kann ich mehr selbstständig sein."
"Ich würde allen mitfühlenden Menschen, die auf meine Hilfebitte eingehen, von ganzem Herzen dankbar sein.

Als kleines Dankeschön für Ihr Verständnis meiner Situation möchte ich gern Ihnen meine Bastelarbeit schenken."