Die Kurzzeitpflegestation im Kinderheim Mogilew ist im Einsatz
Bei der Einweihung der neurenovierten und schön eingerichteten Räumlichkeiten der Kurzzeitpflegestation am 29.05.2018 haben die Angehörigen der schwerkranken Kinder eine Möglichkeit gehabt, die Räumlichkeiten zu besichtigen, das Personal und den Umfang der angebotenen Dienstleistungen kennenzulernen. Seit dem 18.Juni 2018 sind die Türen der Kurzzeitpflegestation für die Kinder aus der Palliativgruppe offen! Jede Familie hat die Möglichkeit, ihr Kind dem Personal der Kurzzeitpflegestation für insgesamt 28 Tage (auf einmal oder mehrmals) im Laufe des Jahres anzuvertrauen.

Die ersten Interessenten nahmen die Dienstleistungen schon in Anspruch.
Ein kleiner schwerkranker Junge (4) aus einer kinderreichen Familie (4 Kinder) wurde am 18.Juni für 28 Tage aufgenommen: Störungen des ZNS und die Folgen, ein niedriges Gewicht. Bei der Aufnahme fand ein ausführliches Gespräch der Eltern mit Sozialarbeiter, Krankenschwester und Arzt statt. Die Wünsche der Eltern und Besonderheiten der Kinder wurden notiert und bei der Arbeit individuell berücksichtigt.
Der Vater des Jungen hat nach einer Woche des Aufenthaltes den Sohn besucht und hat kleine positive Veränderungen an dem Kind bemerkt: das Kind nimmt grammweise zu, weint nicht und sieht sehr gepflegt aus. Die Familie ist sehr zufrieden und meint, dass es eine große Hilfe für kinderreichen Familien sei, die wegen der konzentrierten Zuwendung dem schwerkranken Kind gegenüber nicht genug Aufmerksamkeit ihren anderen Kindern schenken können. Jetzt haben die Eltern diese Möglichkeit, besonders in der Ferienzeit, wenn sie mit den gesunden Kindern mehr Zeit verbringen können.
Das 16-jährige Mädchen Valeria leidet an zerebraler Kinderparese und Entwicklungsverzögerung. Sie kann schlecht sprechen. Am 18. Juni wurde sie für zwei Wochen aufgenommen. Heute holen die Eltern sie nach Hause ab. Es hat dem Mädchen auf der Kurzzeitpflegestation so gut gefallen, dass sie nicht nach Hause will. Ich habe mit den Eltern und mit dem Mädchen über die Eindrücke nach dem Aufenthalt auf der Kurzzeitpflegestation gesprochen.
Die Eltern erklären: "Wichtig ist, dass unsere Tochter sich hier sehr wohl fühlte. Wir müssen sie jetzt überreden, wieder mit nach Hause zu fahren. Was uns gut gefallen hat sind an erster Stelle die Atmosphäre, die Möglichkeiten für alle und die vielfältigen Reha-Behandlungen. Dann auch die Freundlichkeit und die Geduld des Personals. Es sind hier häusliche gemütliche Bedingungen. Nicht alles, was hier vorhanden ist, haben wir zu Hause, z. B. sehr bequeme Betten oder solch helle Räumlichkeiten und so geräumige Zimmer. Beschäftigungen, Sauberkeit, aber am wichtigsten ist, dass unsere Tochter gern wieder hierher kommen will. Das ist eine gute Entlastung für die Eltern, obwohl wir immer an Valeria denken, und es ungewöhnlich für uns ist, dass sie nicht zu Hause ist. Wir haben uns körperlich gut erholt und viel zu Hause erledigt, was wir lange aufgeschoben hatten. Das ist ein wirklich wichtiges und hoch aktuelles Projekt. Wir, die Eltern, sind sehr zufrieden."
Valeria antwortete auf die Frage, was ihr besonders gut gefallen habe: "Alles! Z. B. Krankenschwester Natascha, die die Haare zu einem Zopf zusammenbindet. Ich habe viel gemalt" Dabei zeigt sie uns ihr gemaltes Bild. "Ich will hier länger bleiben!", sagt sie und Ihr Gesicht strahlt vor Freude und Zufriedenheit. Zur Erinnerung bekommt Valeria ein Foto und ein Päckchen mit dem Logo des Zentrums mit ihrem Bild darin geschenkt.
Das ist der Beweis, dass dieses Projekt, in das so viele Beteiligten einbezogen waren, sich gelohnt hat!
Wir sammeln weiter Erfahrungen in der Arbeit, in den Verhältnissen zwischen Personal und Eltern, in der Verbesserung der Wirksamkeit der Dienstleistungen, um das Vertrauen der Eltern und das Lächeln der schwerkranken Kinder, die normalerweise sehr selten lächeln oder gar lachen, zu erringen.
Diese Erfahrungen zu sammeln, helfen uns die deutschen Partner und die deutschen Fachkräfte. Das alles organisiert der Verein. Dafür sind wir allen dankbar!
Alla Serjoshkina Mogilew, 30. Juni 2018