Projektleiterinnen des Kinderzentrums Nadeshda und der Caritas Minsk/Mogiljow zu Besuch in Deutschland
- andrea16064
- 19. Jan.
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Aktualisiert: vor 6 Tagen

Zum Jahresauftakt durften wir zwei besondere Gäste aus Belarus in Deutschland begrüßen: Tatjana Zhuk, Leiterin der Projektarbeit der Caritas Erzdiözese Minsk/Mogiljow, sowie Olga Gabrukovich, Projektleiterin für die Rehabilitationsferien im Kinderzentrum Nadeshda. Im Mittelpunkt ihres Aufenthalts vom 3. bis 10. Januar 2026 standen Fachgespräche mit der Caritas Köln zur Weiterentwicklung des freiwilligen Engagements in Organisationen sowie der Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis und der Arbeitsgemeinschaft für Psychisch Kranke (APK) im Rhein-Erft-Kreis zum Thema Demenz. Abgerundet wurde der Aufenthalt durch eine Stadtführung in Köln, den Besuch des Hauses der Geschichte in Bonn und der Aussichtsplattform Terra Nova mit Blick auf den Tagebau Hambach.
Für den Verein war der Besuch der beiden Leiterinnen von besonderer Bedeutung. Denn seit mehreren Jahren finanzieren wir Rehabilitationsferien für Kinder mit Behinderung in Begleitung ihrer Eltern im Kinderzentrum Nadeshda. Und mit der Caritas Erzdiözese Minsk/Mogiljow verbindet uns das Leuchtturmprojekt einer Kurzzeit- und Entlastungspflegestation im Kinderheim Mogiljow, das wir in enger Kooperation erfolgreich umgesetzt haben. Im Rahmen einer vereinsinternen Informationsveranstaltung verfolgten die Vereinsmitglieder und weitere Interessierte die Präsentationen von Tatjana Zhuk und Olga Gabrukovich zu ihrem jeweiligen Aufgabenbereich mit großer Aufmerksamkeit. Die beiden Leiterinnen stellten die Schwerpunkte ihrer Arbeit und ihre wichtigsten Projekte sehr ansprechend dar und veranschaulichten ihre Ausführungen durch zahlreiche Fotos und kleine Filmbeiträge. Die Resonanz bei den Teilnehmenden war überaus positiv, begleitet von einem regen Austausch.
Neben diesem vereinsinternen Termin nutzten unsere Gäste ihren Aufenthalt auch für eine Reihe weiterführender Fachgespräche, die unser Verein anbahnte und begleitete. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem fachlichen Austausch zum Thema Demenz. Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen befinden sich in vielen Ländern – auch in Belarus – derzeit im Aufbau. Der Dialog mit der Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis sowie der Arbeitsgemeinschaft für Psychisch Kranke (APK) im Rhein-Erft-Kreis bot wertvolle Einblicke in bewährte Strukturen, niedrigschwellige Angebote und die Bedeutung eines tragfähigen Netzwerks aus haupt- und ehrenamtlich Engagierten.

Tatjana Zhuk arbeitet aktuell an einem Projekt, das Familien von Betroffenen frühzeitig informieren und begleiten soll. Der Austausch in Deutschland lieferte hierfür wichtige Impulse und praxisnahe Anregungen für den weiteren Aufbau unterstützender Angebote. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass Aufklärung, Information und Vernetzung entscheidende Grundlagen sind, um Teilhabe zu ermöglichen und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu stärken.
Ein weiterer Programmpunkt war der fachliche Austausch mit der Referentin für Engagementförderung in der Stabsabteilung Engagement des Caritasverbandes für die Stadt Köln e. V. Im Mittelpunkt standen Fragen der strategischen Engagementförderung sowie wichtige Rahmenbedingungen und Maßnahmen, die zu einem systematischen Aufbau, Erhalt und zur Weiterentwicklung freiwilligen Engagements in Organisationen beitragen. Ergänzt wurde dieser Austausch durch einen Besuch im Altenzentrum St. Heribert, bei dem Einblicke in die soziale Betreuung, den Einsatz von Ehrenamtlichen sowie in den Chor des Zentrums, in dem auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen mitsingen, ermöglicht wurden.

Auch Kultur, Geschichte und regionale Themen waren Teil des Programms. Unser zweiter Vorsitzender Walter Dübner führte die Gäste durch die Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn. Kurt Mahr, Pressesprecher unseres Vereins, informierte an der Aussichtsstelle Terra Nova über den Tagebau Hambach. Darüber hinaus nahmen Tatjana Zhuk und Olga Gabrukovich an einer russischsprachigen Stadtführung durch Köln sowie an einer Führung durch den Kölner Dom teil.
Gemeinsam mit unseren Gästen besuchten wir den Domgottesdienst für Karnevalisten im Kölner Dom. In der Predigt wurde das diesjährige Motto „Mer dun et för Kölle“ aufgegriffen und das vielfältige ehrenamtliche Engagement in der Gesellschaft thematisiert – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch viele Gespräche und Begegnungen während der Woche zog.
Weitere Programmpunkte waren der Besuch des inklusiven Cafés „Wo ist Tom?“ in Köln, Gespräche mit unserer ehrenamtlichen Logopädin und Dysphagie-Expertin sowie Besuche bei Gastfamilien unserer Kindergruppen. Unsere Vorsitzende Andrea Hein begleitete die Gäste während der gesamten Woche, koordinierte und organisierte sämtliche Termine und Fachgespräche.
Ein eigener Schwerpunkt lag außerdem auf dem Thema Prävention in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Tatjana Zhuk und Olga Gabrukovich nahmen an einem entsprechenden Präventionskurs, durchgeführt von Referent*innen des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd, teil. Beide absolvierten den Kurs erfolgreich und konnten mit einem Teilnahmezertifikat den Heimweg antreten.
Mit vielen neuen Eindrücken, fachlichen Impulsen und wertvollen Kontakten reisten Tatjana Zhuk und Olga Gabrukovich schließlich nach Belarus zurück. Der Wunsch nach weiterem Austausch und einer Fortführung der Gespräche zu den verschiedenen Themen wurde von allen Beteiligten ausdrücklich bekräftigt.












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