Reha, Gemeinschaft und Entlastung: Familien zu Gast in Nadeshda

Zehn Tage lang konnten Kinder und junge Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen gemeinsam mit ihren Familien in Nadeshda neue Kraft schöpfen – mit medizinischer Rehabilitation, gemeinsamen Erlebnissen und einer Unterstützung, die weit über die Therapie hinausging.
Vom 12. bis 22. Juli 2026 nahmen insgesamt 40 Kinder, junge Menschen und begleitende Angehörige aus Mogiljow, Bychow (Oblast Mogiljow) an unserer diesjährigen Erholungs- und Rehabilitationsmaßnahme im Kinder-Reha- und Erholungszentrum „Nadeshda“ teil. Vier junge Freiwillige unterstützten die Familien während des gesamten Aufenthalts. Die Durchführung der Maßnahme wurde durch eine Förderung von Sternstunden e.V. ermöglicht. Den von unserem Verein zu tragenden Eigenanteil konnten wir dank der Unterstützung der Haubenstock-Stiftung finanzieren.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Teilnehmenden waren sehr unterschiedlich. Dazu gehörten unter anderem infantile Zerebralparese und andere schwere motorische Einschränkungen, Autismus-Spektrum-Störungen, Epilepsie, Entwicklungs- und Sprachentwicklungsstörungen, Down-Syndrom, spinale Muskelatrophie und Multiple Sklerose. Nach einer ärztlichen Eingangsuntersuchung wurde für jede behandelte Person ein individuelles Programm mit passenden medizinischen und therapeutischen Anwendungen zusammengestellt.
Doch Nadeshda bedeutet für die Familien weit mehr als medizinische Rehabilitation. Kreativangebote, Spiele, Bewegung, Naturerlebnisse, der inklusive Kletterpark und gemeinsame Veranstaltungen schufen Möglichkeiten, Neues auszuprobieren und einfach einmal Kind oder junger Mensch zu sein – nicht Patientin oder Patient. Auch ein gemeinsamer Ausflug in einen Alpaka-Park sorgte für besondere Erlebnisse und viele schöne Erinnerungen.
Eine besondere Rolle spielten erneut die jungen Freiwilligen. Die Idee, sie in die Rehabilitationsmaßnahme einzubeziehen, entstand auf Initiative unseres Vereins im Austausch mit dem Zentrum Nadeshda und wurde 2025 erstmals als Pilotprojekt umgesetzt. Weil sich dieser Ansatz so gut bewährt hat, wurde er 2026 fortgeführt und ist inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Rehabilitationsmaßnahmen geworden.

Die jungen Freiwilligen ergänzen die Arbeit der medizinischen und pädagogischen Fachkräfte auf eine ganz eigene Weise. Durch den geringeren Altersabstand begegnen sie den Kindern und jungen Menschen häufig besonders ungezwungen und auf Augenhöhe. Beim Spielen, Basteln oder bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten steht nicht die Erkrankung oder Behinderung im Vordergrund, sondern das gemeinsame Erleben.
Gleichzeitig bedeutet ihr Einsatz eine wichtige Entlastung für die Eltern. Die Freiwilligen begleiteten und betreuten die Kinder zeitweise, sodass die Eltern selbst medizinische Anwendungen wahrnehmen oder sich eine Auszeit nehmen konnten. Außerdem entwickelten die Freiwilligen eigene kreative Angebote für die Familien.
Gerade diese Verbindung macht die Maßnahme für uns so wertvoll: medizinische Rehabilitation, Erholung und Teilhabe für die Kinder und jungen Menschen – und gleichzeitig Entlastung für Eltern, deren Alltag häufig von einem hohen Pflege- und Betreuungsaufwand geprägt ist.
Beim Abschlusstreffen zeigte sich, wie positiv die gemeinsamen Tage erlebt wurden. Kinder und Erwachsene waren mit ihrem Aufenthalt und den Angeboten in Nadeshda sehr zufrieden – und viele äußerten den Wunsch, wiederzukommen.




Kommentare