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Wir trauern um Dr. Alexej Nesterenko

9. Aug.
2 Min. Lesezeit

Mit großer Trauer haben wir vom Tod von Dr. Alexej Nesterenko, langjähriger Direktor des unabhängigen Strahleninstituts BELRAD in Minsk, erfahren.

Über viele Jahre durften wir mit ihm und dem Institut BELRAD vertrauensvoll zusammenarbeiten. Für unseren ehrenamtlich getragenen Verein ist diese Zusammenarbeit von besonderem Wert. Die wissenschaftliche Expertise, die Messmöglichkeiten und die langjährige Erfahrung des Instituts ermöglichen uns, Projekte zu unterstützen, die ganz konkret dort ansetzen, wo die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl bis heute zum Alltag gehören.

Dr. Alexej Nesterenko führte das Lebenswerk seines Vaters und Institutsgründers, Professor Wassilij Nesterenko, mit großer Verantwortung und Beharrlichkeit weiter. Im Mittelpunkt standen für ihn stets die Menschen – und besonders die Kinder und Jugendlichen in den radioaktiv belasteten Regionen von Belarus.

BELRAD führt bis heute Messungen der radioaktiven Belastung von Kindern und Jugendlichen durch und verbindet diese mit konkreter Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Ein besonderes Anliegen Alexej Nesterenkos war es, auch die junge Generation für die weiterhin bestehenden Folgen von Tschernobyl zu sensibilisieren. In Schulprojekten lernen Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler, Lebensmittel aus Gärten und Wäldern zu untersuchen, Belastungen besser einzuschätzen und dieses Wissen in ihre Familien und ihr Umfeld weiterzutragen.

Bei unseren persönlichen Begegnungen mit Dr. Nesterenko haben wir immer wieder erlebt, mit welcher Sachlichkeit, Beharrlichkeit und zugleich großen Zugewandtheit er über die Folgen von Tschernobyl sprach. Auch Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe wurde er nicht müde, daran zu erinnern, dass diese keineswegs der Vergangenheit angehören. Ein Satz von ihm ist uns besonders in Erinnerung geblieben: Bei Cäsium-137 sei erst eine Halbwertszeit vergangen – und nicht schon.

Wir sind dankbar, dass wir durch die Zusammenarbeit mit Dr. Alexej Nesterenko und BELRAD konkrete Projekte zur Aufklärung, Prävention und Unterstützung der Menschen in den betroffenen Regionen verwirklichen konnten – und diese wichtige Zusammenarbeit mit dem Institut fortsetzen werden.

Der Tod von Dr. Alexej Nesterenko macht uns sehr betroffen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von BELRAD.

Wir werden Dr. Alexej Nesterenko als engagierten Wissenschaftler, zugewandten Menschen und verlässlichen Partner in Erinnerung behalten. Für die vielen Begegnungen, sein Vertrauen und die langjährige Zusammenarbeit sind wir ihm von Herzen dankbar.

 
 
 

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